17.12.2019
Aktuelles

Regierungsverhandlungen: Selbsthilfe in Österreich fordert kollektive Patientinnen- und Patientenbeteiligung im Sozial- und Gesundheitswesen



Utl.: Gesetzliche Verankerung und Basisfinanzierung zur Stärkung der Selbsthilfe

Die drei maßgeblichen Organisationen in Österreich zum Thema Selbsthilfe – Bundesverband Selbsthilfe Österreich (BVSHOE), NANES – Nationales Netzwerk Selbsthilfe und Pro Rare Austria – Allianz für seltene Erkrankungen – richten an die regierungsverhandelnden Parteien ÖVP und Die Grünen den Appell, die Selbsthilfe in Österreich zu stärken und diese formalisiert in die maßgeblichen Entscheidungsgremien auf Bundesebene einzubinden. „Das Sozial- und Gesundheitswesen kann nur effizient und effektiv weiterentwickelt werden, wenn Patientinnen und Patienten kontinuierlich und aktiv daran beteiligt werden. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Erfahrungskompetenz der unmittelbar und mittelbar Betroffenen sowie der in Selbsthilfe organisierten Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen für die Weiterentwicklung unseres Versorgungssystems unverzichtbar ist“, betonen BVSHOE-Vorsitzende Angelika Widhalm, NANES-Sprecherin Mag. Monika Maier und Pro Rare Austria-Obmann Dr. Rainer Riedl unisono.

Zentrales Anliegen zur Stärkung der Selbsthilfe in Österreich ist dabei die gesetzliche Verankerung einer kollektiven Patientenbeteiligung durch ein sogenanntes „Beteiligungsgesetz“, wie es dieses bereits in mehreren EU-Ländern - beispielsweise in Deutschland, Niederlande oder Großbritannien – gibt. „Wir vertreten rund 250.000 Patientinnen und Patienten in Österreich, mit den Angehörigen ca. eine Million Menschen und somit rund 8 Prozent der Bevölkerung, die sich in der Selbsthilfe organisiert haben“, argumentieren die beiden Vertreterinnen und der Vertreter. Eine kollektive Patientenbeteiligung ermöglicht patientenorientierte Entscheidungen und führt zu einer breiteren Akzeptanz von sozial- und gesundheitspolitischen Entscheidungen. Künftig muss es eine formalisierte Beteiligung der unterschiedlichen Formen der Selbsthilfe in den maßgeblichen Entscheidungsgremien auf Bundesebene geben. Damit würde die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit dem Sozial- und Gesundheitswesen gestärkt werden, denn „Österreich ist hier seit Jahren säumig“.

Um die wertvolle Arbeit der unterschiedlichen Formen der Selbsthilfe in Zukunft sicher zu stellen, ist neben einer gesetzlichen Verankerung auch die Bereitstellung einer Basisfinanzierung unerlässlich. „Nur so kann im Zuge einer Neugestaltung der Gesundheitsreform die Selbsthilfe in Österreich gestärkt werden, welche für die Gesellschaft, das Sozial- und Gesundheitssystem und die betroffenen Menschen einen hohen Wert hat“, appellieren Angelika Widhalm, Mag. Monika Maier und Dr. Rainer Riedl. „Wir sind bereit, uns aktiv in den Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen im Sozial- und Gesundheitswesen zu beteiligen und stellen gerne unsere fachliche und praxisorientierte Erfahrung der neuen Bundesregierung zur Verfügung“, so die zwei Vertreterinnen und der Vertreter.

Die Kernforderungen zur Stärkung der Selbsthilfe in Österreich wurden von den drei Organisationen Bundesverband Selbsthilfe Österreich (BVSHOE), NANES – Nationales Netzwerk Selbsthilfe und Pro Rare Austria – Allianz für seltene Erkrankungen bereits an die Regierungsverhandler von ÖVP und Die Grünen übermittelt.

 

Bundesverband Selbsthilfe Österreich (BVSHOE)

Der Bundesverband Selbsthilfe Österreich ist der Dachverband der bundesweit tätigen themenbezogenen Selbsthilfe- und Patientenorganisationen. Er vertritt die Interessen der Selbsthilfe auf Bundesebene und nimmt an Entscheidungsprozessen im Gesundheitswesen teil. www.bvshoe.at

BVSHOE-Vorsitzende: Angelika Widhalm, angelika.widhalm@bvshoe.at

 

NANES – Nationales Netzwerk Selbsthilfe

Die Initiative NANES – Nationales Netzwerk Selbsthilfe ist ein Zusammenschluss themenübergreifender Selbsthilfe-Dachverbände und –Kontaktstellen der Bundesländer. www.nanes.at

NANES-Sprecherin: Mag. Monika Maier, maier@selbsthilfe-kaernten.at

 

Pro Rare Austria – Allianz für seltene Erkrankungen

Pro Rare Austria ist ein österreichweiter gemeinnütziger Verein und agiert als Dachverband für Selbsthilfegruppen, Patientenorganisationen und Einzelpersonen im Bereich seltener Erkrankungen. www.prorare-austria.org

Pro Rare Austria-Obmann: Dr. Rainer Riedl, rainer.riedl@prorare-austria.org

 

 

Rückfragehinweis:

Mag. Petra Hafner
Senior PR-Consultant
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